Walter Windmann  

Die Gemeinde Steinberg trauert um Walter Windmann, der am 5. April im 83. Lebensjahr in seinem Haus in Steinberghaff verstorben ist. Die Gemeinde - das ist nicht nur die Gebietskörperschaft, der er 24 Jahre lang als Bürgermeister vorstand, das sind vielmehr ihre Bürgerinnen und Bürger und die vielen Freunde, die er sich in seinem Leben und Wirken hier „am Steinberger Haff“ erworben hat.

Zunächst war er als Nachfolger seines Vaters Bürgermeister der kleinen, so idyllisch an der Geltinger Bucht gelegenen Gemeinde Steinberghaff. Hier betrieben er und seine Frau Inge bis 1991 das „Strandhotel“, das noch heute ein beliebtes Hotel und Ausflugslokal für „Badegäste“ aus nah und fern ist. Für ihn war es selbstverständlich, sich als Hotelier in den Hotel- und Gaststättenverband Flensburg-Land einzubringen, so wie er auch in verantwortlicher Position im Kreisverband Flensburg-Land des Schleswig-Holsteinischen Gemeindetages und in der örtlichen CDU mitarbeitete. 1970 wurde er Bürgermeister der neuen großen Gemeinde Steinberg, der er gern zum Rang eines „Seebades Steinberg/Ostsee“ verholfen hätte, und er war Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Steinberghaff/Steinbergholz, getreu dem Motto: Gott zur Ehr - dem Nächsten zur Wehr! Auch als er nicht mehr in der ersten Reihe stand, stellte er sich dem Gemeinderat, dem Amtsausschuss und vielen anderen kommunalen Gremien mit Rat und Tat zur Verfügung.

Walter Windmann vor allem ist es zu verdanken, dass die Gemeinde Steinberg die alte Schule in Norgaardholz im Rahmen der Dorferneuerung vor dem Verfall bewahren und zu einem gern besuchten „Bürgerhaus“ ausbauen konnte. Hier hat das Kirchspielarchiv seinen Sitz, in dem er, seit er nicht mehr Bürgermeister war, ganz aktiv mit Herz und Verstand an der „Chronik des Kirchspiels Steinberg“ mitgearbeitet hat. Auch hier waren seine profunden Kenntnisse und seine Durchsetzungskraft gefragt, und er wurde bald stellvertretender Vorsit-zender des Archivvereins. Oft erzählte er an den Chronikabenden von seiner Kriegszeit an der Oderfront und von der harten Zeit in der Gefangenschaft in den schlesischen Bergwerken. 1949 durfte er in sein geliebtes Heimatdorf an der Geltinger Bucht zurückkehren und hier mit seiner Frau und den drei Kindern seine Existenz im Strandhotel Steinberghaff und in der Gemeinde aufbauen. So konnten die Steinberger Chronisten aus einem reichen Erfahrungsschatz schöpfen. Was ihn dabei so sympathisch und unvergesslich machte, waren seine absolute persönliche Integrität, seine Bildung und seine vornehme Art, die mit einer gehörigen Portion eines stillen, tiefgründigen Humors gepaart war.

Die Mitbürgerinnen und Mitbürger und die Weggefährten Walter Windmanns trauern mit seiner Familie in großer Dankbarkeit um einen guten Freund!

Bernhard Asmussen